...zur Webcam

Autoren-Login

Kurz vorgestellt: Das Streifenhaus

Grafik: Alexander Heising, Uni FreiburgDie Idee: am Fundort einer gallo-römischen Siedlung aus dem 3. Jahrhundert wird anhand einer Rekonstruktion die Lebensweise der damaligen Bevölkerung veranschaulicht. Unter Leitung von Prof. Heising (Uni Freiburg) und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! werden ein Wohnhaus und ein Garten in alter Technik wiederhergestellt.

Unter der Leitung von Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! unterstützt der Freundeskreis dieses Projekt und beteiligt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an der Vorbereitung und der Ausgestaltung dieser reizvollen Aufgabe. Haben Sie Lust mitzumachen? Dann schreiben Sie uns.

Bild: Alexander Heising, Uni Freiburg

Dinglingens römische Spuren

Neue Erkenntnisse des Römer-Experten Alexander Heising erfordern Umdenken zur Landesgartenschau
28. Juli 2017
 
 
 
 
 
 
1 / 1
© Jacqueline Meier
 
 
 
 
Römer-Experte Alexander Heising offenbarte neue Erkenntnisse über Dinglingens römische Vergangenheit. Sie zwingen die Römergruppe der Gartenschau zum Umdenken.

Auf Einladung des Freundeskreises der Landesgartenschau gab Alexander Heising, Leiter der Abteilung für provinzialrömische Archäologie an der Uni Freiburg, am Mittwoch in den Hauswirtschaftlichen Schulen einen Einblick in das Leben in Dinglingen zur Römerzeit. Anschließend beantwortete er viele Fragen.

Die Arbeitsgruppe Römer, eine Untergruppe des Freundeskreises der Landesgartenschau, möchte während der Gartenschau 21018 das Leben im römischen Vicus, einem Dorf in der Zeit von 100 bis etwa 250 nach Christus, darstellen. Die meisten von ihnen hatten sich in den vorbereitenden Gesprächen der einzelnen Gruppen auf den Begriff des Römers gestützt und überlegt, wie dessen Leben ausgesehen hat. 
Doch spätestens nach dem Vortrag von Alexander Heising wissen die Mitglieder: Es ist ein Umdenken angebracht. Denn die Bevölkerung im Dinglingen der Antike bestand nicht aus den typischen Italo-Römern, wie man sie aus Filmen wie »Ben Hur« oder aus Comics wie »Asterix und Obelix« kennt, sondern aus Peregrinen, Migranten mit Wurzeln in der gallischen und helvetischen Kultur. 
Einfache Handwerker waren es wohl gewesen, die seinerzeit in Dinglingen gelebt haben. Heising stützt sich bei seinen Aussagen auf die rund 200 000 Fundstücke, die in Lahr gefunden wurden. Wobei gut die Hälfte aus Scherben von Fehlbränden aus der Töpferei besteht. Ob nur die Männer oder auch Frauen und Kinder in der Töpferei gearbeitet haben, lässt sich Heisings Ausführungen nach nicht einwandfrei feststellen. 
Auf einer Amphore seien kleine Fingerabdrücke gefunden worden, die sowohl einer Frau als auch einem Kind zugeordnet werden könnten. Sicher aber – und auch dafür gibt es Beweise in Form von Fingerabdrücken – ist laut Heising, dass es Kinderarbeit gegeben hat. Die Brennöfen mussten im Innenraum immer wieder neu mit Lehm ausgekleidet werden. »Wir haben hier Spuren von ganz kleinen Händen gefunden«, berichtete Heising. Das Leben der Frauen und Kinder sei damals extrem hart gewesen. 
Die rund 40 Zuhörer verfolgten den Vortrag aufmerksam und stellten im Anschluss zahlreiche Fragen. Das Hauptinteresse galt dem Alltag: Kleidung, Ernährung, Religion, Handwerk – das Themenfeld war breit und zeigte deutlich, wie intensiv sich die Untergruppen mit dem Thema befassen, das sie 2018 für die Besucher der Landesgartenschau verkörpern wollen.

Autor:
Jacqueline Meier

 

26.07.2017 , 18:00 h  Hauswirtschaftsschule Lahr, Herrn Prof. Dr. Alexander Heising

Vortrag zur Lahrer römischen Fundstelle von Herrn Prof. Dr. Alexander Heising, Leiter des provinzialrömischen Instituts der Albert-Ludwig-Universität Freiburg referiert über die Römeranlage Lahr-Dinglingen. Diese Veranstaltung ist öffentlich und richtet sich vor allem an die Mitglieder in unserem Verein und Arbeitskreis Römeranlage und alle Interessierte. Prof. Heising wird zunächst auf bereits gestellte Fragen aus dem Arbeitskreis eingehen. Es sind die Fragen zum Leben der einfachen Leute, vor allem Handwerker. Das Leben der Frauen und der Kinder in der damaligen Zeit, aber auch nach den speziellen Fundstücken auf unserem Areal. Zu Fragen aus dem Publikum wird reichlich Zeit sein. zum Abschluß wird zu einem Glas Sekt eingeladen.