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Alltag der Römer soll dargestellt werden.

Die Rekonstruktion eines römischen Streifenhauses auf dem Gelände der Landesgartenschau nimmt konkrete Formen an. Die Gartenschau-Gesellschaft informierte den Arbeitskreis Römer-Anlage über den aktuellen Stand der Planungen.

Lahr. Mit 30 Teilnehmern war das Treffen des Arbeitskreises in der Theodor-Heuss-Schule gut besucht. Das Führungsgremium um Klaus Blawert, Stadtarchivar Thorsten Mietzner und Ulrike Holland freute sich über die rege Teilnahme, denn jeder, der sich an den Veranstaltungen rund um die Römer­anlage Dinglingen während der Gartenschau beteiligen möchte, ist ihnen herzlich willkommen.

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Schüler der Theodor-Heuss-Werkrealschule haben römische Spiele rekonstruiert, die bereits in der Eingangshalle der Schule zu besichtigen sind. Foto: Achnitz
 

Mit acht Projekten will sich der "Arbeitskreis Römeranlage" bei der Landesgartenschau präsentieren. Neben der Errichtung des Streifenhauses soll es um die Themen Handel und Geld, Essen und Trinken, Landwirtschaft und Garten, Schmuck, Trachten und Spiele in römischer Zeit gehen. In einem weiteren Projekt richten sich speziell Schüler an Schüler. Das Alltagsleben im römischen Vicus soll durch die Projekte möglichst breit abgebildet werden.

Als "Vicus" bezeichnet man eine Siedlung mit kleinstädtischen Charakter in den Nordwestprovinzen des Römischen Reichs. Der wirtschaftliche Schwerpunkt solcher Siedlungen lag in gewerblicher Produktion, Handwerk, Handel und Dienstleistungen. Der Vicus in Dinglingen lässt sich auf die Zeit zwischen 50 und 270 nach Christus datieren. Mit dem Rückzug der Römer in das Gebiet links des Rheins wurde er aufgegeben.

Geschäftsführer Tobias de Haën von der Gartenschau-Gesellschaft berichtete über den aktuellen Stand der Planung zur Rekonstruktion des römischen Streifenhauses. Im März sollen letzte Abstimmungen zwischen den Architekten und den Wissenschaftlern der Abteilung für Provinzialrömische Archäologie der Universität Freiburg erfolgen. "Dann können Handwerker mit spezieller Ausbildung gesucht und beauftragt werden", beschrieb de Haën den Fortschritt der Arbeiten.

Mitglieder des Arbeitskreises wollen den Garten schon in diesem Jahr anlegen und mit Probepflanzen bestücken. Weitere Mitglieder wollen verschiedene Handwerke präsentieren. Dazu werden sowohl Auszubildende bei Bauhöfen und Handwerkskammern als auch Schüler der Werkrealschule eingespannt.

Desweiteren sollen Spiele und die Selbstversorgung der Einwohner des Vicus mit Nahrung, Kleidung oder Medizin anschaulich machen. Nachgedacht wird auch über die Errichtung eines Back- oder Brennofens außerhalb des Hauses, dessen Bau sich über die Dauer der Ausstellung erstreckt und bei dem Besucher sich über die Fertigungsweise informieren können.

Das Engagement werde die Gartenschau-Gesellschaft dort finanziell unterstützen, wo etwa Baumaterial, Saatgut oder Stoffe angeschafft werden müssen, sagte Geschäftsführer de Haën. Um kalkulieren zu können, wird der Arbeitskreis jetzt präzise Planungen in Angriff nehmen.

INFO

Pfanzen aus der Antike

Der archäobotanische Garten soll mit Pflanzen der sogenannten "Lahrer Liste" bestückt werden. Gemeint sind damit rund 300 Pflanzenarten aus römischer Zeit, die man für das Vicus in Lahr nachweisen konnte. Es geht darum, die Pflanzenwelt der Spätantike zu präsentieren, unter anderem das Französische Leimkraut, Acker-Breitsame, Flaschenkürbisse und andere Pflanzen, die entweder auf der "Roten Liste" bedrohter Pflanzenarten stehen oder bereits ausgestorben sind. Mitglieder des Arbeitskreises wollen den Garten schon in diesem Jahr anlegen und mit Probepflanzen bestücken.