Warum Streuobstwiesen heute wertvoller denn je sind – anschaulich erklärt am Beispiel der Streuobstweise auf dem Landesgartenschaugelände,
Veranstalter: Freundeskreis Landesgartenschau Lahr/Schwarzwald 2018 e.V.

24. Januar 2017, 19:00 h , Vortragsraum der Volkshochschule Lahr im Haus zum Pflug, Kaiserstraße 41, 77933 Lahr
Referent Hansjörg Haas (Landratsamt Ortenaukreis) und Detlef Lingner (Vorstandsmitglied des Freundeskreises Landesgartenschau Lahr 2018 ev.)
Eintritt frei
Wir freuen uns über die Anwesenheit von unserem Oberbürgermeister Herr Dr. Wolfgang G. Müller und den Geschäftsführern der Landesgartenschau Lahr 2018 GmbH Frau Ulrike Karl und Herr Tobias de Haen.
Landesgartenschau bedeutet auch urbanes Grün, wohnortnah erreichbar für den Bürger. In den neuen Parks entstehen derzeit verschiedenste Gärten.
Herr Hansjörg Haas war nicht nur in der Planung der Lahrer Streuobstweise mit eingebunden, sondern führt die öffentlichen Schnittkurse auf diesem Gelände durch und steht uns mit seinem Fachwissen beratend zur Seite. Er spricht über den Obst- und Gartenbau, die Pflege der Streuobstwiesen und die Auswahl der Bäume.
Herr Detlef Lingner verfügt als ehemaliger Biologielehrer des Lahrer Scheffelgymnasiums über ein großes botanisches Wissen. Als Mitglied des Vorstandes im Freundeskreis ist eines seiner Betätigungsfelder die Streuobstwiese. Durch seine Leidenschaft zur Fotografie ist bereits eine Vielzahl wunderbarer Bilder über der Streuobstwiese entstanden, die nicht nur die Schönheit, sondern vor allem die ökologische Wertigkeit dokumentieren.
Gerade erst vor eineinhalb Jahren gepflanzt, zeigt sich die Streuobstwiese im Stegmatten bereits von ihrer schönen Seite. Nachdem wir im Frühjahr einen konsequenten Erziehungsschnitt an über 100 Bäumen vorgenommen haben, sind viele neue Äste über den Sommer gewachsen und lassen auf eine für nächstes Jahr reiche Ernte hoffen. Dank der extensiven Bewirtschaftung ohne Dünger und Pestizide gehören Streuobstwiesen zu den artenreichsten Biotopen in Mitteleuropa. Die vorgefundene Artenvielfalt ist auch auf der Landesgartenschauwiese überraschend hoch. Wir haben begonnen diese aufzunehmen, zu fotografieren und zu katalogisieren. Selbst die ersten Pilze konnten wir im Frühjahr auf den Baumtellern finden. Die Vielzahl an Insekten ist beeindruckend. Kurzfühler- und Langfühlerheuschrecken, Zikaden und Wildbienenarten waren im September 2016 besonders zahlreich vertreten. Kleine Feuerfalter und andere Bläulings-Arten tummeln sich auf einer großen Fläche leuchtend gelber Korbblütler (Ruhr-Flohkraut), auf Knöterich und Weideröschen.
In den vorhandenen alten Obstbäumen – darunter Sorten wie der früher als Backapfel verwendete Geheimrat Oldenburg oder die Speisebirne Gute Luise - nisten Singvögel. Die Obstwiese liegt direkt neben dem Seggen-Ried-Streifen, in der die Feuerfalter wieder heimisch werden sollen. Das Krähenhabitat daneben, genießt ebenfalls absoluten Naturschutz. So ist ein Areal aus wunderbaren Biotopen auf dem Gartenschaugelände entstanden. Leider werden Streuobstwiesen heute immer seltener, da sie geschnitten und gemäht werden müssen. Die Ernte der Früchte ist ohne Leiter kaum möglich, rentabel ist sie auch nicht. So bleibt es bei einer Liebhaberei und der Einsicht, dass die Natur solche Biotope braucht und der Mensch ist Teil davon. Für die Streuobstwiese hat unser Verein eine Patenschaft übernommen und pflegt sie mit Hingabe. Die erste Ernte wurde bereits zu Apfelmost und Apfelgelee verarbeitet und an Lahrer Bürger verschenkt. Gerne zeigen wir Ihnen diese bereits heute schöne Streuobstwiese und laden Sie zu diesem Abend rund um dieses Thema ein.